Das LMS Sudile – gelungene Synthese von Technik und Didaktik Juli 16, 2007
Posted by elearning2000 in LMS, Moodle, Uncategorized.add a comment
Vor 2 Monaten lernte ich in einer Firmenpräsentation die Lernplattform Sudile kennen. Die Plattform war mir nur vom Namen her bekannt, und da eine kommerzielle Lösung, auf den ersten Blick nicht weiter interessant.
Jetzt hatte ich – im Rahmen meiner Tätigkeit für die bbw Gruppe – die Gelegenheit mit Christian Niemczik, einem der Entwickler der Lernplattform und Geschäftsführer der sudile GbR ausführlich zu sprechen. und die Plattform näher kennzulernen. Die Entwickler von Sudile sind nicht nur „Programmierer“ sondern auch Pädagogen, insofern interessierte mich vor allem das Zusammenspiel von Technik und Didaktik bei der Nutzung der Lernplattform.
Hinter der Sudile-Plattform steckt technisch ein gutes, zukunftsträchtiges Konzept:Sudile basiert auf Zope, einem der verbreitetsten Webapplicationserver.Zope eignet sich insbesondere für die Entwicklung dynamischer Anwendungenwie CMS und LMS. (u.a. basiert das sehr weit verbreitete CMS Plone aufZope). Zope ist Open Source u. wird sehr gut durch dieEntwicklergemeinschaft gepflegt, Programmierer können Webapplikationenschneller entwickeln, als mit den meisten anderen Systemen. Technischgesehen ist (fast) alles möglich, bis hin zu typischen WEB 2.0Anwendungen. So enthält Sudile ein Wiki und auch die Entwicklung einerBlog-Funktion wäre kein Problem. Die Inhalte, die für Sudile erstellt werden, sind XML basiert, so dass sie leicht in HTML oder PDF exportiert werden können, zur Nutzung außerhalb der Lernplattform. Schon bei der Erstellung arbeit man XML-orientiert: Über Makros und Templates werden in MS Office oder besser noch in Open Office die Inhalte erfasst und strukturiert.
Sudile ist aus meiner Sicht kein System für Selbstlerner. Das didaktische Konzept besteht in einer engen Verzahnung von Präsenzunterricht und Selbstlernphasen, wobei letztere individuell oder in Arbeitsgruppen gestaltet werden können. In Sudile findet man kein durchgehendes WBT, vielmehr gibt es einzelne „Stationen“, in denen Inhalte vermittelt und Aufgaben bearbeitet werden. „Zusammengehalten“ werden die Kurse einmal durch eine Themenmindmap, die zu den einzelnen Kursen verlinkt. Und es gibt einen so genannten „Laufzettel“, an dem der Lernende seine Aufgaben „abarbeiten kann. Diese Lösung ist interessant, da sie das offene Lernen ermöglicht, und zugleich einen „Roten Faden“ durch den Lernprozess bietet. Sudile lebt von einer engen Kooperation von Lehrenden. Oft arbeiten mehrere Autoren/Dozenten an einem Kurs und setzen ihn dann einzeln oder gemeinsam in einer Lehrveranstaltung ein. Dadurch ergibt sich aber auch eine enge Bindung an die Lernplattform, die Kurse sind nicht so ohne weiteres in anderen Lernumgebungen einsetzbar. (Einzelne Inhalte können natürlich dank der XML-Dateien auch ohne das LMS genutzt werden.
Leider ist das LMS Sudile nicht Open Source, aber die Entwickler haben flexible Nutzungskonzepte entwickelt bis hin zu Formen der Entwicklergemeinschaft. Einen kurzen Vergleich von Moodle und Sudile konnte ich mir nicht verkneifen, alles nur „auf den ersten Blick“ und in keiner Weise validiert:
- Funktionsumfang: M +++ / S ++
- Trennung Inhalt / Form: M +++ / S+++
- Erweiterbarkeit auf Programmierebene: M (+) S +++
- Bereich, in den Lernende auch eigene Ressourcen verwalten können:M + / S +++
- Erstellung der Inhalte: M direkt online / S Offline in MS Office/besser Open Office-Templates, aus denen Sudile dann den Online-Inhaltgeneriert.
- Export-Möglichkeiten: M + / S +++ Struktur als XML, Inhalte als HTML-oder PDF-Datei- Kompatibilität: Sudile Kurse können nicht als Ganzes (Inhalt + Interaktivität) in Moodle eingebunden werden, sie laufen nur auf derSudile-Plattform. Der reine Inhalt, kann aber als HTML- oder PDF-Datei inMoodle eingebunden werden (siehe oben).
Sudile eignet sich sehr gut für eine Entwicklergemeinschaft vonProgrammieren und Autoren (siehe unten).


